Achtsamkeit und Erkältung

Krank sein und meditieren – geht denn das?

Gerade bin ich mit einer heftigen Erkältung unterwegs und die hat mich veranlasst, mich die letzten 2 Tage ins Bett zu legen. Den Körper zur Ruhe bringen und nichts tun, sondern sich ganz dem Heilungsprozess hingeben. Gar nicht so einfach.

Oft höre ich von Teilnehmern, wenn sie krank sind, dass gerade in solchen Momenten keine Zeit für die Meditation ist oder sie sich zu schwach fühlen.

Gerade dann wäre eine Meditation kräftigend und unterstützend. Ich dachte mir, vielleicht besteht da eine genaue Vorstellung, wie eine Meditation auszusehen hat. Die, die mich schon länger kennen oder mal in einem Kurs von mir waren, wissen, dass ich sehr gern „alltagspraktische“ Übungen mache.

Und so ist, heute Morgen, mein Geist dann in seine Kreativecke geschlichen (eigentlich sollte er ja mal nichts tun) und hat eine kleine „Inhalations-Meditation“ entwickelt. Dabei muss ich schon wieder grinsen, wenn ich das schreibe 🙂

Ich habe einfach meinen Kopf unter einem Handtuch versteckt, über heißes Wasser gehalten und inhaliert. Das war als Kind immer eine Tortur für mich, wenn meine Mutter das angesagt hat, aber mir ist in Erinnerung geblieben, dass es geholfen hat.

Heute finde ich das übrigens ganz angenehm. Inhalieren macht nämlich meinen Kopf in zweierlei Hinsicht frei – es bläst meine Nebenhöhlen durch und es lässt meine Gedanken zur Ruhe kommen.

Hier ist meine Meditation:

Setze dich so bequem und kuschelig hin, wie du es jetzt brauchst.

Nimm dir einen Topf mit heißem Wasser (Achtung – nicht zu heiß, sonst verbrennst du dich) und ein Handtuch.

Stelle einen Timer auf 5 Minuten.

Jetzt den Kopf unter das Handtuch bringen und beginnen zu inhalieren (ich mache das am liebsten nur mit etwas Salz).

Bemerke, welcher Abstand zum Wasser für Dich gut ist. Wo kannst du befreit atmen und wo wird es anstrengend. Ggf. korrigiere deine Position.

Jetzt nimm deinen Atem bewusst wahr und lass ihn natürlich fließen (das ist mit einer Erkältung manchmal schon eine ganz schöne Herausforderung). Gib ihm vollkommene Freiheit ohne ihn zu verändern. Auch, wenn du Enge, eine Blockade oder Hustenreiz spürst, atme in deinem Rhythmus weiter.

Spüre, wie die Wärme des Wasserdampfes deine Haut berührt. Wie angenehm sich das vielleicht anfühlt.

Immer, wenn du ausatmest, wird deine Atemwelle wieder Bewegung in das Wasser bringen und die Wärme schwappt wieder in dein Gesicht. Atemzug um Atemzug.

 Es ist nichts zu tun und es gibt nichts zu erreichen.

Langsam bilden sich Wassertropfen auf deiner Haut. Sie laufen auf deiner Haut entlang und du kannst sie spüren, wie sie wieder zurück in das Wasser tropfen. Dort vermischen sie sich und steigen vielleicht als Wasserdampf wieder auf. Ein ewig wiederkehrender Kreislauf. Die Veränderung von einem Zustand in den anderen. Und doch bleibt das Wasser das Wasser.

Du spürst deinen Atem, wie er in die Lunge strömt und diese wieder verlässt. Und wenn jetzt du Schmerzen in deinem Körper begegnest, dann sei freundlich zu dir und schenke dir Anerkennung, dass es in momentan gerade herausfordernd für dich ist. Nicht schimpfen und deine so oder so schon geschwächte Energie in den Widerstand stecken. Du brauchst sie, um wieder gesund zu werden.

Diese Vorstellung, dass dich jeder Atemzug wieder gesund macht, ist vielleicht unterstützend.

Atme einfach in dieser Weise weiter, bis du den Timer hörst.

Mir kamen die 5 min übrigens viel zu kurz vor und ich bin noch etwas länger unter dem Handtuch geblieben. Die Gedankenpause war einfach zu schön.

Wenn du ein paar kurze Atemmeditationen üben möchtest, dann gehe in meinen Download-Bereich. Wenn du findest, das diese Meditation als nächstes Audio kommen sollte, dann freue ich mich über eine Nachricht von Dir  www.gabrielavoss.de/kontakt/