Loslassen

Loslassen in 3 Schritten

LOSLASSEN

Wenn Du an loslassen denkst, ist es dann ein „etwas sein lassen“ oder mehr ein „loswerden wollen“? Ich finde diese Frage essentiell für die Art und Weise, wie ich mir Erneuerung in mein Leben hole.

Am letzten Wochenende habe ich losgelassen. Ich habe mich nach einem Lauf am Deich zum Ende in die Morgensonne gestellt und bemerkt, wie sehr mir die Sonne gefehlt hat. Ich habe die Einsamkeit und Ruhe genossen. Als ich dann angehalten habe, wurde meine ganze Wahrnehmung plötzlich ganz weich, wie durch einen Filter. Mein Herz beruhigte sich nach der Anstrengung wieder und in meinem Inneren wurde es still. Es stieg eine Weite in mir auf, wie ich sie in der Stadt zwischen all meinen Terminen nicht so oft spüre. Ich horchte einfach hinein. Gedanken kamen und gingen wieder. Ich habe an keinem festgehalten. Alle Sorgen um Gesundheit, Familie, Arbeit oder andere Themen waren plötzlich sehr klein, so, als ob die Proportionen gerade zurechtgerückt wurden. Kennst du das auch? Mich erinnert das an Song von Reinhard Mey: „Über den Wolken“. Wenn sich diese Empfindung, ich nenne sie Durchlässigkeit, einstellt, dann ist das Gefühl von Glück nicht weit weg. Man muss dann meist nur noch einen Moment länger im Nichts-Tun bleiben.

Ich lauschte also den Vögeln um mich herum, den Wellen und dem Wind und spürte und sah die unendliche Weite um mich herum. Dann kam das Glücksgefühl. In diesem Augenblick war alles bereits da und vollkommen, es gab keine Mühe und keine innere Antreiberin. Das war wundervoll. Ich fühlte mich energetisiert und verbunden.

Gestern habe ich etwas loswerden wollen. Ich war in einer Telefonhotline für ein Buchhaltungs-Programm gefangen (ja, so fühlte es sich wirklich an). Zwei Dinge, die ich in meinem Leben wirklich nicht brauche: Buchhaltung und Hotlines.

Jetzt aber brauchte ich Hilfe und bekam Kontakt mit dem Gefühl von Hilflosigkeit, ja fast Verzweiflung, weil auch die freundliche Person am anderen Ende nichts Erhellendes beizutragen hatte. Gleichzeitig ließ sie mich nicht gehen. Wohl ein Helfersyndrom 😉
Ich begann mich zu sorgen, dass ich etwas falsch gemacht hatte und es keine Lösung für mein Problem geben würde. Das bleibt jetzt einfach so und ich stecke darin fest. Eine sehr einengende Sichtweise und aus der Sicht einer Erwachsenen wenig rational, aber ich spürte, wie sich mein ganzer Körper zusammenrollte und anspannte. Ich wollte nur noch raus aus diesem Gespräch, möglichst weit weg von diesen ungeliebten Themen.

Ein starkes Gefühl loswerden zu wollen, kommt einem ausgetretenen Kaugummi nahe, der unter der Sohle klebt. Er löst sich partout nicht von einem, egal, wie sehr man sich anstrengt. Er ringt mit aller Macht um Aufmerksamkeit, indem er dich bei jedem deiner Schritte bemerkbar macht. Dran vorbei kommt man da nicht mehr, es sei denn, man möchte mit so einem Hubbel unter dem Fuß leben, der mit der Zeit immer härter wird. Das fühlt sich nicht ausbalanciert an.

Meist möchten wir solch intensive Gefühle loswerden, die wir eher in die Kategorie unangenehm einsortieren. Unangenehmen entledigen wir uns besser rasch, so die These (siehe Kaugummi). Ich sehe das ein wenig anders. Wenn wir etwas loswerden wollen, ohne es uns näher anzusehen, dann bleibt es uns erhalten. Wir verwenden dann viel Mühe und Anstrengung darauf, dass es anderen gegenüber nicht so auffällt und uns auch nicht allzu sehr an der vermeintlichen Normalität hindert. Damit werden wir es aber nicht los, geschweige denn wir transformieren es.

Mein Impuls, wie loslassen funktionieren kann:

  1. Kommen lassen
    Du lässt etwas zu. Klingt erst einmal paradox, denn es geht doch ums loslassen. Aber du spürst die Nähe dieses Gefühls. Du rennst nicht davon. Es darf dich berühren.

 

  1. Sein lassen

Du bist mit diesem Gefühl, auch im schwersten Sturm. Es gibt nichts daran zu rütteln oder zu verändern. Das ist vollkommene Akzeptanz dessen, was in diesem Moment ist. Du wirst merken, dass es dich zwar unglaublich stark schüttelt, du aber stärker bist und es dich nicht umbringt.

 

  1. Los lassen

Jetzt lässt du dieses Gefühl gehen. Du bist durch es hindurch gegangen und kommst gestärkt aus diesem Sturm heraus. Du weißt um die Wurzeln deines Gefühls und kennst die Trigger. Du bemerkst, dass du es jetzt nicht mehr brauchst. Vielleicht hat es dich an etwas erinnert, vor etwas beschützt oder eine andere sinnvolle Aufgabe. Du erkennst jetzt jedoch, dass es auch andere Strategien und Möglichkeiten für dich gibt, statt dich von diesem Gefühl überschwemmen und davontragen zu lassen oder gänzlich zu vermeiden ihm zu begegnen. Du bist jetzt frei.

Wie wäre es frei zu sein? Oder möchtest du weiterhin mit klebrigen Kaugummis an deinen Schuhsohlen durchs Leben gehen?

Wenn du wissen möchtest, wie sich innere Freiheit und Selbstbestimmung anfühlen, dann komm in mein Coaching. In einem 1:1-Gespräch finden passende Lösungen für dein jetziges Problem.