Meditation – warum eigentlich?

Du kennst vielleicht auch den einen oder anderen Menschen, der meditiert und dir von der Wirkung von Meditation erzählt hat. Ober bist du selber auch schon dabei und hast eigene Erfahrungen gemacht? Spätestens seit in der Presse immer mehr von Achtsamkeit und Stressbewältigung durch gezieltes Achtsamkeits-Training (MBSR = Mindfulness Based Stress Reduction) berichtet wird, ist Meditation salonfähig.

Eigentlich ist es auch nichts anderes als ein Fitness-Training, finde ich. Nur eben nicht für den Körper, sondern für den Geist. Wie? Den Geist soll man trainieren? Naja, manche machen Gedächtnistraining, da rümpft auch keiner die Nase, oder? Nun gut, es gibt ja auch ein handfestes Resultat, das uns Nutzen bringt: wir sind weniger vergesslich und fühlen uns produktiver. Ich behaupte, das und noch mehr bekommst du auch durch Meditation.

Verschiedene wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Meditation deine Achtsamkeit (ausdauerndes, bewusstes Sein im gegenwärtigen Moment) fördert. Es gibt inzwischen zahlreiche Untersuchungen dazu. Ich habe mal einige positive Effekte zusammengestellt, ohne dass ich hier einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe.

Positive Effekte durch regelmäßige Meditation:

  • Senkung des stressbezogenen Kortisol-Spiegels im Blut.
    Ein erhöhter Kortisol-Spiegel wird u.a. in Verbindung gebracht mit Bluthochdruck, Schlafstörungen und Herzerkrankungen. Ist er chronisch erhöht, schwächt er auf Dauer unsere Immunabwehr.
  • Senkung sogenannter Entzündungsmarker im Blut. Entzündungen wiederum sind eine wesentliche Komponente von chronischen Erkrankungen.
  • Senkung von emotionalen Stresssymptomen sowie Gefühlen wie Angst und Panik.
  • Reduktion von grüblerischen Gedanken
  • Reduktion von automatischen Reaktionsmustern und dadurch mehr Handlungsfreiheit.
  • Erhöhung der Wahrnehmung und dadurch z.B. frühzeitige Erkennung von Stresssignalen des Körpers.
  • Erhöhung von Mitgefühl und sozialer Intelligenz.
  • Erhöhung der Selbstwirksamkeit

Außerdem gibt Meditation vielen Menschen insgesamt ein Gefühl von mehr Ausgeglichenheit, Ruhe und Zufriedenheit.

Wenn ich jeden Einzelnen von euch fragen würde, was er oder sie durch Meditation und Achtsamkeit erlebt hat, gäbe es hier bestimmt noch viele weitere, großartige Effekte. Ihr merkt vielleicht – ich bin begeistert von Meditation. Und zwar mehr vom eigenen Erleben als von dem wissenschaftlichen Nachweis. Klar, der erklärt mir dann nochmal auf neurowissenschaftlicher Ebene, warum und wo das so in meinem Gehirn passiert, wie du oder ich es erleben. Interessant, aber die Erfahrung macht´s für mich.

Wenn du meditierst, lenkst du deine Aufmerksamkeit und damit steuerst du deinen Geist. Dort, wo du deine Aufmerksamkeit hinlenkst, werden neue Verbindungen im Gehirn geknüpft. Du lernst mit der Meditation eine neue Fähigkeit, ebenso, wie du eine Sprache, Klavier spielen oder malen lernst. Die neuen Gehirnwindungen werden mit der Übung immer schneller und sicherer.

Du kannst dich in einer Haltung der Achtsamkeit jederzeit entscheiden, aus deinem Gedankenkarussel aussteigen und dich in den „Seins-Modus“ begeben. Dann beobachtest du deinen Geist und das Geschehen, ohne es zu werten und eingreifen zu müssen. Spüre wie entlastend das sein kann. Das ist deine Zeit für dich. Das ist deine Praxis, um in deinem Zuhause zu sein – bei dir selbst.

Ich genieße am liebsten die frühen Morgenstunden, um in den Tag zu starten. Wenn es noch still um mich herum ist und ich nur meinem Atem lausche. Dann weiß ich – ich bin.