Erntedanke_dankbarkeit

4 einfache Dankbarkeitsübungen

Kennst Du eigentlich den Brauch des Erntedankfestes? Zelebrierst Du ihn auch? Ich finde diesen Tag eine gute Erinnerung Dankbarkeit im Allgemeinen wieder ins Bewusstsein zu holen.

Ich meine jetzt nicht im christlichen Sinne, sondern in Deinem Verständnis, ganz frei von Religion. Man schreibt dem Erntedankfest seinen Ursprung in einem heidnischen Brauch zu, der dann Einzug gehalten hat in christliche Traditionen.

Am letzten Wochenende fielen der Tag der Deutschen Einheit und das Erntedankfest auf einen Sonntag. Es fühlte sich gut an, diesen Tag der Dankbarkeit, Verbundenheit und des persönlichen Innehaltens zu widmen.

Daraus sind einige Bewegungen und Gedanken entstanden, die ich hier mit Dir teilen möchte. Vielleicht hast Du Lust, die eine oder andere Dankbarkeitsübung in Deinen Alltag zu integrieren? Oder Du praktizierst bereits eine ganz andere? Dann freue ich mich, wenn Du sie mit mir teilen magst. Vielleicht mache ich dann einen neuen Blog daraus. Was meinst Du?

Schreibe mir gern eine Mail mit Deiner ganz persönlichen Art DANKE zu sagen: ed.ssovaleirbag@liam

 

Hier sind meine Dankbarkeitsübungen (nicht nur zum Erntedank):

Dankbarkeit für meine Füße

Ich habe gleich zu Beginn des Tages achtsames Gehen in meinem Garten praktiziert – barfuß. 😉 Das war eine großartige, wenn auch etwas kühle, Sinneserfahrung. Den Morgentau unter den Fußsohlen im Gras zu spüren war belebend und hat mich wachgekitzelt. Ich habe mich der Erde sehr verbunden gefühlt und es als Segen empfunden, dass ich mit beiden Füssen auf ebendieser stehen, gehen, laufen und hüpfen kann. Durch so einen intensiven Kontakt fällt es uns oft leichter ein „Danke“ auszusprechen. Irgendwie passiert in dieser Verbundenheit etwas in uns, was die Schleusen öffnet. Kennst Du das vielleicht auch?

 

Ein Gruß an die Tiere

Ich bin glückliche Patin für einen Garten. Ich versuche ihn nach meinem besten Wissen zu pflegen und für deren Bewohner zu sorgen. Manchmal ist das eine ganz schön große Aufgabe. Der Garten beschert mir aber auch große Glücksmomente. Augenblicke, in denen ich einfach nur staune über dieses unbändige Wachstum, dieses Miteinander und die Zyklen von Erneuerung und Verfall, die sich dort so selbstverständlich abspielen. Morgens ist es ein Ritual von mir, mich bei den Gartenbewohnern zu bedanken. Sie graben die Erde um, sorgen für die Verbreitung von Samen, halten Populationen im Lot. Je weniger ich eingreife, desto mehr scheint sich eine eigene Balance einzustellen.

Nicht jeder Mensch hat einen Garten zur Verfügung, doch sind Parks und Wälder und auch unsere Balkonkästen eine wunderbare Möglichkeit, einmal dem Treiben zuzuschauen und dankbar zu sein, dass die Tierwelt so fleißig ist.

 

Dankbarkeit für mein Essen

Ich liebe die Herbstfarben auch beim Essen. Ich kann mich an diesen Gelb-, Orange- und Rot-Tönen gar nicht sattsehen. So wird bereits die Zubereitung meines Essens eine Achtsamkeitsübung. Ich fühle die Erde am Wurzelgemüse und rieche deren Würze. Ich sehe die grünen Blätter, die oberhalb des Bodens die Sonne eingefangen haben, um jetzt diesen kraftvollen Geschmack zu erzeugen. Wenn ich mit Beeten, Möhren, Pastinaken und anderem Gemüse arbeite, bin ich hin und weg. Das Säubern und Schälen bekommt meine ganze Aufmerksamkeit.

Am meisten bin ich dankbar für diese Einfachheit. Unverpackt, frisch und, wenn möglich, regional und Bio.

 

Wertschätzung für mich selbst

Wenn das Essen dann dampfend auf dem Tisch steht, dann kann ich es kaum erwarten, davon zu kosten. Ich halte einen Moment inne, um alle Sinne dazu zu nehmen. So wird der Genuss noch intensiver. Ich schaue mir an, was ich da auf meinen Teller gezaubert habe. Ich rieche den Duft und fühle mich wundersam geborgen. Vielleicht, weil meine Mutter früher so tolle Eintöpfe und Suppen gezaubert hat?

Heute habe ich einen leckeren Gemüse-Eintopf gekocht und freue mich über meine Selbstfürsorge. Das wärmt auch meine Seele.

 

Den ganzen Sonntag habe ich viel für mich getan. Dafür gesorgt, dass es mir gut geht. Die Vereinbarung mit mir war, nicht zu arbeiten (was in Zeiten des ständig arbeiten können, eine Herausforderung ist). Ich habe ein Buch gelesen und meinen Mann einen lieben Gruß nach Süddeutschland geschickt, denn der hat mir diesen Sonntag auch ermöglicht. So konnte ich einmal ganz für mich sein. Ich habe mich treiben lassen, den Tag und mich selber genossen und bin auch heute noch wundersam erholt. 🙂