Zwischenräume finden

Wieder einen Zwischenraum gefunden 🙂

Ihr wisst ja, ich liebe es diese Räume zwischen einer Aufgabe und der nächsten oder auch nur zwischen zwei Atemzügen zu entdecken. Warum? Weil ich da super innehalten und mein Tun unterbrechen kann.

Heute Morgen hieß mein Zwischenraum Reisbreis. Das ist der Moment, wo sich die Lesermeinungen teilen werden. Die einen sagen „Mmmh“, die anderen „Bäh“. Ich weiß, bei einigen löst das Wort Erinnerungen an die Kindheit aus, wo sie Brei essen mussten oder an die eigenen, noch kleinen Kinder, die den gern wieder ausspucken oder mit dem Löffel in die Gegend werfen oder einfach nur an matschiges Essen. Meist ist dieses Gericht jedenfalls nicht sehr positiv belegt. Aber wie kann ich es sonst nennen? Es ist eben Reis, der in Flüssigkeit, zusammen mit einigen anderen Dingen, gekocht wird. Bei mir sind das Rosinen (oftmals noch so „Bäh“-Produkt), Mandeln, Reismilch und Zimt (darauf wiederum kann mein Mann überhaupt nicht…).

Ich habe mal eben in Wikipedia nachgeschaut. Die einleitende Definition für Brei lautet: „Brei (von der indogermanischen Wurzel *bher[e] für „quellen, aufwallen, sieden“) ist ein Gericht aus geschrotetem oder gemahlenem, in Flüssigkeit gekochtem Getreide (Grütze, Grieß oder Mehl) oder auch anderen Zutaten von dickflüssiger bis halbfester Konsistenz. Er ist die älteste und einfachste Zubereitung für Getreide und bis heute weltweit die wichtigste.“ Wer mehr lesen möchte, folgt diesem Link https://de.wikipedia.org/wiki/Brei

Nach diesem Exkurs über Brei wieder zurück zu meinem Zwischenraum. Der Reisbrei dauert ca. 25 min, wenn die Flüssigkeit einmal gekocht hat, denn ab da lasse ich ihn nur noch auf warmer Herdplatte ziehen. Diese 25 min werden von einem Timer kontrolliert, damit ich mich nicht völlig ausgehungert auf noch sehr bissfesten Reis stürze. Das ich mein Frühstück vergesse kommt zu gut wie nie vor (das war früher übrigens mal anders). In dieser Form zubereitet ist das meine derzeitige Lieblingsmahlzeit am Tag.

Jetzt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, was ich in den nächsten 25 min tun könnte: Betten machen, duschen gehen (falls noch nicht geschehen), am Schreibtisch sitzen (schon vor dem Frühstück?) oder die Dinge von A nach B räumen, die ich gestern habe stehen lassen (ich beschließe, dass die jetzt auch noch 25 min länger dort stehen können).

Ich entscheide mich statt dessen für mein Sitzkissen. 25 min Meditation sind eine feine Zeitspanne für diesen Morgen. Sie erscheint mir nicht zu lang und nicht zu kurz. Den Timer aus der Küche nehme ich mit und so habe ich den Kopf davon schon einmal von Zeit und Reis befreit.

Nicht, dass die anderen Gedanken jetzt nicht mehr da sind, doch ich sitze und bemerke sie und muss ab und zu mal über mich lächeln, was da so alles schon kurz nach dem Aufwachen in meinem Kopf abgeht. Aber dafür ist er ja nun auch da – fürs Denken. Ich vergleiche das lieber mit einem Wildpferd, das manchmal mit mir durchgeht. Also fange ich es wieder ein und fokussiere mich. Locke es mit ein wenig leckerem Heu, wenn du so willst. Denn lecker finde ich das stille Sitzen auch. Ganz für mich sein, in meinem Tempo den Tag beginnen – das ist mein bester Start in den Tag. Im Sommer genieße ich das ganz übrigens besonders, weil ich es da auf dem Balkon praktiziere. Ich lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen, höre Vögel und Straßengeräusche (ist ja mitten in Hamburg) und bin total glücklich, dass ich mir das jetzt gönne – diesen Zwischenraum.

Welche Zwischenräume hast du am Tag?

Welche sind schon ein kleines Ritual und um die würdest du kämpfen wie ein Löwe/eine Löwin?

Wo möchtest du noch welche einbauen?

Wenn du kreative Unterstützung bei der Suche nach deinen individuellen Pausen vom Tun brauchst, dann melde dich gern bei mir. Deine Zwischenraumsucherin.