(Lesedauer ca. 6 Minuten)
Heute Morgen war es wieder so weit – ich konnte mir beim Denken zugucken. Durch meinen Jetlag habe ich in den letzten Tagen öfter die Gelegenheit dazu. Oder liegt es doch am Vollmond?
Ist auch egal, denn was da morgens gleich nach dem Aufwachen im Gehirn passiert, ist überaus interessant. Diese Gedankengänge können unser Mindset prägen und uns den Tag entweder gleich versauen oder zuversichtlich und motiviert starten lassen.
Mein kleines Glück am Morgen
Ich bin froh, dass mein erster Gedanke heute meinem kuscheligen Bett galt. Ich fühlte mich sicher und geborgen. Ich war dankbar, dass es mir so gut geht. Gerade habe ich mehrere Wochen in Hotelbetten verbracht. Vielleicht ist da die Wertschätzung für das Eigene noch etwas stärker als sonst.
Die Folgegedanken galten meinem Job mit seiner To-do-Liste (nach dem Urlaub besonders lang) und meiner Familie. Sorgenvolle Gedanken um die Gesundheit meiner Mutter und meines Sohnes kamen auf.
Wie findest du wieder zu positiven Gedanken?
Ich habe beobachtet, wie rege das Gedankenkarussell wurde. Welche Science-Fiction sich da abspielte. Ich nahm Impulse wahr, aus dem Bett zu springen und hastig in den Tag zu starten. Aber diesen Film wollte ich nicht gucken. Für mich war heute 5 Uhr morgens zu früh zum Aufstehen.
Stattdessen lenkte ich meine Aufmerksamkeit wieder bewusst auf den Körper im Kontakt mit der Matratze und der Bettdecke. Ich spürte die Wärme, wie ich mich entspannte und es in mir wieder leichter wurde. Ich fühlte mich sicher und geborgen. Das zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht.
Nichts Großes also zu fühlen, keine Zauberkraft nötig, sondern oft gegenwärtig sein. Viele solcher Momente machen am Ende des Tages auch ein großes Ganzes und zahlen auf mein Wohlfühl- und Energiekonto ein. Wenn wir die Möglichkeit haben, mit Achtsamkeit in den Tag zu starten, sollten wir das unbedingt nutzen. Das braucht etwas Übung, aber es lohnt sich.
Natürlich ist es auch zu jeder anderen Tageszeit möglich und lohnenswert, sich auf selbst etwas mehr Aufmerksamkeit und einen Moment des Innehaltens zu schenken. 😉
Der Verstand ist wie Tofu. Er schmeckt wie das, worin man ihn mariniert.
Sylvia Boorstein
Hilfreiche Fähigkeiten, um Glücksmomente wahrzunehmen
Glücklich sein ist kein Zufall, sondern eine Entscheidung. Wir können uns ein paar Skills aneignen, damit wir besser für unsere Zufriedenheit und unser Glück sorgen können.
- Die Fähigkeit, seine Gedanken zu beobachten
Praktisch heißt das, sich einen Moment selbst zu beobachten, ohne den Gedanken zu bewerten und sofort einzugreifen. Sollten wir bemerken, dass wir uns im Unangenehmen vertiefen, haben wir noch immer die Gelegenheit dazu. Dann können wir die Wahl treffen, uns eine Erinnerung an etwas Angenehmes größer werden zu lassen.
Warum ist unsere Beobachtungsgabe wichtig?
In diesen Momenten lernen wir viel über uns. Welche Gedanken denken wir? Welche Färbung haben sie? Wie fühlen sich die Gedanken im Körper an? Welche Gefühle lösen sie in mir aus?
Das alles sind wichtige Hinweisschilder auf unserer inneren Landkarte und wir können uns so im Laufe eines Tages immer mal wieder Orientierung holen und ggf. unser Tempo und unseren Weg anpassen. - Die Fähigkeit, sich mit dem Körper zu verbinden
Wenn wir etwas genauer hinspüren, gibt uns unser Körper viele Hinweise im Laufe eines Tages, wie er sich fühlt. Ist er steif und unflexibel, so braucht er vielleicht Bewegung, wärmere Klamotten, weil er friert oder einen sicheren Rückzugsort, wo er einen Moment entspannen kann.
Warum ist die Wahrnehmung des Körpers wichtig?
Er ist quasi wie eine Antenne für uns. Am Ende des Tages fühlen wir oft zuerst im Körper, wie der Tag war: anstrengend, auslaugend, energieraubend, schnelllebig, aufmerksam, motivierend, nährend, erfolgreich oder, oder, oder…
Du wirst bemerken, ob noch Kraft für Sport und Austausch mit Freunden/Partnerin da ist oder ob du dir lieber die Decke über den Kopf ziehen möchtest. - Die Fähigkeit, Gefühle zu fühlen
Die Königsdisziplin finde ich. Egal, ob angenehm oder unangenehm, Gefühle jeglicher Art gehören zu unserem Leben dazu. Manchmal erscheinen sie uns überwältigend, manchmal kommen sie als eine leise Ahnung daher und wir nehmen eine feine Stimmung in uns wahr. Eine wichtige Botschaft, die ich in meinem Leben gelernt habe – kein Gefühl bleibt ewig.
Warum ist die Verbindung zu unseren Gefühlen wichtig?
Da sie beste Hinweisschilder für unsere Bedürfnisse sind, ist es hilfreich, sie einen Moment ungestört da sein zu lassen und ihnen nachspüren (wenn dir das möglich ist. Bist du gerade in einer Phase überwältigender Gefühle, tue das mit professioneller Hilfe). Sie helfen uns, mehr Klarheit über uns zu erlangen und gut für uns zu sorgen.
Wenn du also nach Glück Ausschau hältst, dann vergiss nicht die vermeintlich kleineren Glücksmomente einzubeziehen. Die rutschen uns leider zu oft durch die Finger bzw. unser Bewusstsein. Aber auf den großen „Big Bäng“ zu warten, der uns mit Glückshormonen überschwemmt, dauert vielleicht zu lange.
Das Positive vermehren
Rick Hanson, US-Amerikanischer Psychologe und Neurowissenschaftler, hat die Methode „Taking in the good“ entwickelt. Dabei geht es darum, wie man das Positive in sich vermehren kann. Unser Gehirn neigt tendenziell eher dazu, Negatives wahrzunehmen. Wenn wir uns jedoch Situationen bewusster machen, die wir als angenehme Momente erlebt haben, und uns damit verbinden, dann erlauben wir unserem Gehirn, diese Netzwerke der Wahrnehmung für Positives zu stärken.
Ich mache das jeden Tag ein bisschen. Auch wenn der Tag anstrengend gewesen ist, frage ich mich, was meine Glücksmomente gewesen sind. Ich rufe sie mir in Erinnerung und bade noch einmal darin.
Wenn du das auch gern lernen möchtest, dann ist mein Achtsamkeits-Coaching genau richtig für dich. In diesem Coaching-Paket mit drei Sitzungen gibt es nicht nur Elemente aus dem MBSR (MIndfulness Based Stress Reduction)-Training, sondern auch Training für positive, neuronale Netzwerkbildung im Gehirn.
Ich will für mein Glück sorgen
Wie klingt das für dich? Wenn du neugierig geworden bist, vereinbare dir gern einen unverbindlichen Gesprächstermin (20 min) mit mir.
Du hast Fragen zu Themen rund um Stressbewältigung, Overthinking oder achtsame Selbstführung? Dann schreibe mir gern eine Mail.
Ich freue mich auch über Ideen, wie du deine Glücksmomente sammelst. Wenn du sie mit mir teilen magst, werde ich sie in meiner Newsletter-Community veröffentlichen. So können auch andere davon profitieren. Du bist noch nicht in der Community? Dann melde dich gleich hier für die Achtsamkeitsimpulse an.
