Ich bin dann mal im Büro

Von der immerwährenden Wiedervorlage alter Themen.

Ich bin wieder im Büro! O.k., wirst du jetzt vielleicht sagen, das ist doch keine große Sache, das gehe ich täglich hin. Ich hingegen bin da seit 6 Jahren raus und seitdem selbstständig unterwegs. Warum ich nun doch wieder im Büro sitze und was das mit meiner persönlichen Weiterentwicklung zu tun hat, liest du hier.

Vor ein paar Monaten kam mein Mann auf mich zu und erzählte mir, dass er für einen begrenzten Zeitraum eine Vertretung für seine Assistenz im Büro braucht. Er haderte etwas mit der Einarbeitungszeit für eine fremde Person auf dieser Position, der ganzen Technik, die wieder neu gelegt werden muss und vor allem mit dem Spirit, den es braucht, um aus ganzem Herzen dabei zu sein. Der Job ist sehr flexibel vom Homeoffice aus zu erledigen.

Spontan war da eine Stimme, die sagte: „Ich kann Dir doch helfen, wenn Du keinen findest. Die Infrastruktur ist ja bereits da und ich weiß, worum es geht.“
Ups, hatte ich das wirklich gesagt? Ich habe mich gerade freiwillig angeboten, wieder an den Schreibtisch zu gehen? Das muss wahre Liebe sein 😉

So kommt es, dass ich ab sofort 6 Wochen jeden Tag 3-4 h für ihn arbeite. Alles, was so im Büro anfällt und Marketing dazu. Klar, ich kann das, aber will ich das noch? In 6 Wochen werde ich schlauer sein und es wissen.

Meine Theorie hinter diesem Geschehen ist folgende: nach meinem Verständnis bekommen wir Dinge immer wieder vorgelegt, wenn sie in unserem Inneren noch nicht ganz abgeschlossen sind und transformiert wurden. Solange also noch ein Auge von mir in Richtung einer vermeintlich sicheren Anstellung guckt und ich mir dabei den Hals verdrehe, weil alles andere in eine andere Richtung möchte, so lange werden mir Chancen geboten genau dies auszuprobieren.

Bitte nicht missverstehen, ich liebe meine Arbeit mit Achtsamkeits- und Outdoor-Trainings, MBSR-Kursen, Vorträgen und Seminaren zur Selbstentwicklung. Wenn ich aber so auf mich gestellt unterwegs bin, dann vermisse ich manchmal auch das Netz und den doppelten Boden, die einen möglichen Sturz weich abfedern würden. Diese Stimme der Sicherheit und Zugehörigkeit ist auch ein Anteil von mir und der möchte gehört werden.

Die anderen Stimmen in mir, die bisher die Oberhand hatten waren Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung, Kreativität. Das wird also eine zumindest spannende Zeit werden, wenn die in den Austausch kommen. 😉

 

Das Großartige wird in jedem Fall sein, dass ich wieder in die Vorgänge eines Angestellten-Daseins abtauche und damit auch näher am Puls meiner Kunden und Klienten bin. Da diese Welt oft geprägt ist von einem Bürojob mit allen Ecken und Kanten, Herausforderungen wie Zeitmangel, ungeliebte Aufgaben und fordernde Chefs, habe ich jetzt die Möglichkeit in diese Perspektive zu wechseln und darauf freue ich mich schon jetzt. Ich hoffe, dadurch noch mehr Ideen für Übungen und Impulse zu Achtsamkeit im Arbeits-Alltag zu erhalten und werde sie mit euch teilen.

Wer also bisher geglaubt habe, „Ach, die Gabriela, die hat es ja leicht, die sitzt immer nur auf ihrem Kissen und meditiert“, wird das jetzt vielleicht anders sehen. Mein Arbeits-Alltag wird noch bunter und ich werde einige Bälle zu jonglieren haben. Die kann ich mit meiner Achtsamkeits-Praxis gut in der Luft halten. Und wenn mal einer fällt, dann hebe ich ihn wieder auf und übe weiter.

Vor allem aber werde ich nach dieser Zeit wissen, ob ich mir einen zusätzlichen Bürojob in meinem Leben noch wünsche. Oder ob ich doch lieber draußen in der Natur bin, auf dem Meditationskissen, Flipcharts gestalte, neue Seminare und Übungen kreiere und für bzw. gemeinsam mit meinen Kunden neue Formate für ihr Unternehmen entwickle.

Die nächsten Wochen werden also in jedem Fall eine intensive Zeit darstellen mit noch unbekanntem Ausgang. Alle Themen, die dann auf Wiedervorlage kommen, das können z.B. Widerstände, Zweifel, Arroganz (ich weiß es besser), mein Rollenverständnis und anderes mehr sein, warten nur darauf transformiert zu werden. Dann muss ich beim nächsten Mal nicht automatisch wieder in mein altes Muster fallen, sondern bin wacher, klarer und weniger reaktiv.

Kennst du selber auch solche Phasen? Werden dir auch immer mal wieder Themen vorgelegt, um die du bisher immer wieder herumgeschlichen bist? Wenn du in deinen bisherigen Jobs, deinen Abteilungen, deinem Sportverein eine Person hast, die dich immer wieder auf die Palme bringt, liegt es dann an dieser Person? Wenn dir eine Sehnsucht immer wieder ins Herz fährt, sobald du Plakate mit Sandstränden siehst, deine Zehen in Flip Flops stecken oder du Meeresrauschen hörst, sind es dann die Dinge, um die es geht? Wohl kaum.

Wahrscheinlicher ist es, dass du ein Thema in dir trägst, dass durch diese Personen und Situationen getriggert wird und dich ganz schön in Schwingung bringt. Mal eher positiv, mal eher negativ. Nur du allein bist der Mensch, der hinter die Kulissen gucken und deine Wünsche, deinen Bedarf hören und klären kann. Du bist der Mensch, der für sich sorgen kann, indem du auf die Signale hinter dem Alltagsrauschen achtest. Irgendwann, vielleicht fällt es dir zunächst gar nicht auf, wirst du bemerken, dass du nicht mehr auf diesen oder jenen Reiz reagierst, weil du im Frieden mit diesem Thema bist und eine passende Lösung für dich gefunden hast.

In diesem Sinne, gehe mit geschärften Bewusstsein in dein Büro, deine Praxis, deinen Haushalt, wie auch immer dein Umfeld aussehen mag und transformiere 🙂

Verändern ist ein Tunwort! Wenn Du bei Deinen Veränderungsprozessen eine Begleitung haben möchtest, dann probiere doch mal ein Coaching bei mir aus. Vereinbare gleich einen kostenlosen Telefontermin unter 0172-4245747.